Die neue Medizin der Epigenetik

Die Welt dreht sich weiter.

Nachdem vor über 20 Jahren der genetische Code entschlüsselt wurde, dachte die moderne Medizin, es würden sich nun viele Fragen beantworten und noch mehr Erkrankungen heilen lassen.

In der Tat sind mit diesem Wissen unglaublliche Fortschritte erzielt worden, sowohl im Verständnis über die Vererbung, als auch in der Behandlung der verchiedensten Erkrankungen.

 

Allerdings ist der ganz große Wunsch nach dem gläsernen Menschen, bei dem wir nun alle Mechanismen verstehen und bestenfalls optimal behandlen können, bislang unerfüllt geblieben.

 

Woran liegt das?

Am Beispiel des Brustkrebs-Gens lässt sich das gut verdeutlichen:

Wir wissen nun, wo genau es liegt, wie es aussieht und auch was passiert, wenn es aktiv wird.

Wir können durch die Entschlüsselung des genetischen Codes allerdings nicht die Frage beantworten, warum nur etwa die Hälfte aller Frauen, die es besitzen erkrankt.

Oder anders herum. Was passiert bei den Frauen, die gesund bleiben?

Hier kommt nun die Epigenetik ins Spiel.

Die Wissenschaft hat sich in den 1990ern nur um die DNA gekümmert, alles andere, was sich zusätzlich im Zellkern tummelt, hat man zunächst nicht beachtet. Und dort tummelt sich noch eine ganze Menge.

Zum Beispiel die Histone, eine Art Spule, um die die DNA eng herumgewickelt ist.

Oder die Ribosomen, die verschiedenen Formen der RNA und vieles mehr, das unabdingbar notwendig für das Funktionieren unseres Lebens ist.

Wir wissen nun, dass nicht allein das Vorliegen eines bestimmten Genes wichtig ist, es ist vielmehr entscheidend, ob das Gen aktiv oder passiv ist, Diese Steuerung wird epigenetisch, also über die ganzen zusätzlichen Systeme im Zellkern vollzogen.

Das Brustkrebs-Gen beispielsweise ist bis ins Erwachsenenalter immer stumm geschaltet, erst dann vesagt bei manchen Frauen irgendwann diese Stummschaltung und das Gen wird aktiv und löst die Erkrankung aus.

 

Ziel der epigenetischen Forschung ist es nun, diese Mechanismen zu verstehen und zu steuern, damit Krankheit gar nicht erst entsteht.

Diese Forschnung ist unglaublich spannend und weltweit werden täglich neue bahnbrechende Fakten bekannt.

 

Was für mich sehr verblüffend ist, ist dass bereits kleine Veränderungen in der Lebensführung zu deutlichen Verbesserung in der epigenetischen Steuerung führen.

 

Hierzu werden im kommenden Herbst/Winter einige kleine Vorträge und Info-Veranstaltungen bei uns in der Praxis stattfinden.

Die Termine erfahren Sie über die Homepage.

 

 

 

 

 

 

 

 

Druckversion | Sitemap
© Dr. med. Martina Herzog